Der amerikanische Präsident Donald Trump hat vor einigen Tagen einen 20-Punkte-Plan für den Gaza-Streifen vorgeschlagen. In diesen 20 Punkten skizziert er einen Weg zum sofortigen Ende des Konflikts, zur Rückgabe der letzten – toten wie lebenden – israelischen Geiseln, zur Entwaffnung und vollständigen Entmachtung der Terrororganisation Hamas und zum zukünftigen Wiederaufbau der Enklave.
Das ist eine gute Nachricht. Das ist ein Vorstoß, den kein anderer Politiker unserer Zeit gewagt hätte. Das ist die Art von politischer Offensive, die einen echten, global und gleichzeitig humanitär denkenden Staatsmann auszeichnet. Das ist genau die Art von Initiative, die Emmanuel Macron, Keir Starmer oder Friedrich Merz hätten vorschlagen können, wären sie Staatsmänner mit einer Vision gewesen – aber sie sind leider keine Staatsmänner, sondern kleine Akteure, die auf dem Meer der Weltpolitik wie Korken hin- und hergeworfen werden.
Schon im August konnte Trump sich als großer Gastgeber profilieren.
Die Frage, die sich bei großen, mutigen Projekten immer stellt, also auch hier, ist natürlich die: Wird das klappen? Kann Trump einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen einer rücksichtslosen Terrororganisation, die von einem wenn auch angeschlagenen, aber nach wie vor reichen, mächtigen und rüstungstechnisch hoch entwickelten Land wie dem Iran finanziert, ausgebildet und bewaffnet wird, beenden? Kann Trump einen echten Friedensprozess zwischen Palästinensern und Israel, den es seit den Oslo-Verträgen der 1990er-Jahre nicht mehr gab und der damals scheiterte, zu einem glücklichen Ende bringen? Kann mit einem Wort die größte Macht der Erde zusammen mit der stärksten Militärmacht des Nahen Ostens gegen UNO und UN und gegen die Mehrheit der arabischen Staaten, die nach wie vor mit den Palästinensern sympathisieren und das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, reüssieren?
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