Wenn sich Inkompetenz und Ideologie an der Zapfsäule vereinen

vor 4 Monaten

Wenn sich Inkompetenz und Ideologie an der Zapfsäule vereinen
Bildquelle: Tichys Einblick

Von der Straße von Hormuz bis in die norddeutsche Tiefebene ist es eine weite Reise. Politisch jedoch ein Katzensprung. 20 Prozent des globalen Gas- und Petroleumumschlags werden über den maritimen Transport durch diese Meerenge in die Welt verschifft. Gas, das nun in Deutschland fehlt, aber in nicht unbedeutenden Mengen durch Fracking und konventionelle Bohrtechnologie auch hierzulande gefördert werden könnte.

Die Brücke zwischen der geopolitischen Krise im Iran und der ideologischen Verkantung Deutschlands ist schnell konstruiert. Die eine Form der Verknappung ist militärisch bedingt und temporär, die andere ist das Produkt von Ideologie und Dummheit. Letztere zwingt die deutsche Politik zu reflexhaften Ablenkungsmanövern, die Lösungen nur vortäuschen.

Um kurzfristig Druck vom Kessel und dem Ärger der Bürger über die hohen Spritpreise zu nehmen, führte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine der traurigeren Komödien unserer Tage auf. Tankstellen dürfen vorerst nur noch einmal am Tag, exakt um 12 Uhr, ihre Preise nach oben anpassen.

Die Konsequenzen liegen auf der Hand: lange Tankschlangen vor den erwartbaren Preiserhöhungen und die Antizipation weiterer Ölpreisvolatilität durch die Tankstellenbetreiber. Teurer politischer Aktionismus mit bekannter intellektueller Anspruchslosigkeit.

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