„Nuditas Criminalis“ – kriminelle Nacktheit. So blickte das europäische Mittelalter weitgehend auf die Bildhauer-Kunst der antiken Welt. Römer und Griechen zelebrierten die Schönheit des Menschen, im „finsteren Mittelalter“ fiel sie den kirchlichen Dogmen zum Opfer.
Über hunderte von Jahren haben wir so etwas langsam, aber sicher hinter uns gelassen. Von der Renaissance bis zur Zeit der Neoklassik belebte Europa nicht nur Kunst und Baustile der Antike wieder, sondern begrub auch Schritt für Schritt die religiös-prüde Engstirnigkeit des Mittelalters. Dachte man zumindest. Doch diese Engstirnigkeit feiert ein Comeback, wenn auch unter anderen Vorzeichen.
Wo früher der Priester stand, steht heute die Gleichstellungsbeauftragte – aber der Furor einer rückschrittlichen Prüderie bleibt im Kern derselbe. Dass der moderne regressive Feminismus und all das, was gerne unter einem Begriff wie „Woke-Wahn“ zusammengefasst wird, inzwischen wirkt wie ein fundamental-religiöses, mittelalterliches Dogma, zeigt der Fall der „Venus de Medici“ – einer antiken Statue, die zum Politikum geworden ist.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











