Das Jugendamt in Darmstadt wollte Eltern das Sorgerecht entziehen, weil sie dagegen waren, dass ihr sich als Mädchen fühlender Sohn Hormone nimmt. Das Gerichtsverfahren lief über Monate. Nun hat das Jugendamt den Antrag Anfang Februar zurückgezogen – weil das Amtsgericht geringe Erfolgsaussichten signalisierte und weil der Sohn ohnehin bald volljährig wird.
Für die Eltern kam der Wunsch ihres Sohnes, ein Mädchen zu sein, überraschend. Gegenüber Apollo News erzählte die Mutter, dass eine Trans-Organisation 2022 die Schule besuchte und ihr damals 14-jähriger Sohn dann sagte, dass er transsexuell sei und Hormone nehmen wolle. Doch die Eltern verweigerten die sogenannten Pubertätsblocker, weil diese zu Unfruchtbarkeit führen können und das Krebsrisiko erhöhen. Die gerichtlich bestellte Verfahrensbeiständin, die den Sohn vertritt, ging darüber hinweg. Auch das Jugendamt drängte die Eltern, der Hormontherapie zuzustimmen.Wenn ein Jugendlicher äußert, transsexuell zu sein, werden häufig Pubertätsblocker eingesetzt. Diese Medikamente sollen die Ausschüttung von Testosteron bei Jungen und von Östrogen bei Mädchen verhindern. Anschließend können gegengeschlechtliche Hormone gegeben werden, um eine optische Annäherung an das andere Geschlecht zu erzeugen. Für eine solche Behandlung ist die Zustimmung der Sorgeberechtigten notwendig.
Weil die Eltern in diesem Fall die Zustimmung nicht erteilen wollten, zog das Jugendamt in Darmstadt gegen sie vor Gericht. Per Eilantrag sollte ihnen das Sorgerecht entzogen werden, um mit der Hormontherapie beginnen zu können. Da ihr Sohn damals 16 Jahre alt war und mitten in der Pubertät steckte, wollte man schnell beginnen. Doch das Gericht wies die Eilbedürftigkeit zurück, weil das Thema zu komplex sei, um es im Eilverfahren zu klären.
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