Am 1. Januar 2026 trat das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz in Kraft, das vorschreibt, dass „Männer und Frauen, die volljährig werden“ (Münchner Merkur 3./4. Januar 2026) einen Fragebogen zum Dienst in der Bundeswehr erhalten; die Männer müssen ihn ausfüllen, die Frauen können es. „Wenn ein junger Mann dieser Verpflichtung … nicht nachkommt“, warnte die Süddeutsche Zeitung am 24. Dezember 2025, „kann eine Geldbuße bis 1000 Euro die Folge sein“.
Aber erhalten tatsächlich – wie die Medien allgemein berichteten – „ALLE jungen Männer und Frauen“ in Deutschland den Fragebogen?
Insgesamt verschickt die Bundeswehrverwaltung 700.000 (siebenhunderttausend) Briefe mit dem Fragebogen an Männer und Frauen des Geburtsjahrganges 2008. Die Zahl der 18-Jährigen in Deutschland beträgt aber 2026 rund 800.000 Personen, was heißt: 100.000, etwa 15 Prozent aller jungen Männer und Frauen, erhalten keinen Fragebogen. Warum? Weil sie Ausländer sind: Die Wehrerfassung gilt nur für deutsche Staatsangehörige. Es sind also nicht „alle jungen Männer und Frauen“ betroffen, sondern „alle jungen deutschen Männer und Frauen“ oder, kurz ausgedrückt, „alle jungen Deutschen“.
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