Nach einer Überschlagsrechnung der Welt hat der deutsche Staat aufgrund der explodierenden Spritpreise im Monat März bis zu 320 Millionen Euro mehr an Umsatzsteuer eingenommen, als wenn die Diesel- und Benzinpreise auf dem Februar-Niveau geblieben wären. Gegenüber dem Preisniveau im März des Vorjahres wären es noch einmal 60 Millionen Euro mehr – also insgesamt 380 Millionen Euro. Zusätzlich verdient der Staat durch die Energiesteuer und die CO₂-Abgabe.
Die Berechnung geht davon aus, dass Autofahrer genauso viel tanken wie in den März-Monaten der Jahre zuvor. Wie sich das Konsumverhalten seit Beginn des Krieges verändert hat und ob Personen zunehmend auf Bus und Bahn zurückgreifen, ist nicht bekannt. Entsprechende Verkaufszahlen fehlen noch.
Der Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel äußerte sich daher skeptisch. Gegenüber Welt erklärte er, dass die Mehrwertsteuereinnahmen des Staates aufgrund der höheren Spritpreise zunächst zwar steigen. Unter dem Strich profitiere der Staat davon aber kaum, weil Verbraucher auf steigende Preise reagieren und tendenziell weniger tanken. Werden weniger Liter verkauft, gehen auch die Einnahmen aus Energiesteuer und CO₂-Abgabe zurück. „Der Staat hat unter dem Strich nichts davon.“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











