Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, hat sich in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) kritisch gegenüber einer möglichen Rückkehr von Migranten in ihre Herkunftsländer geäußert. Der von einem Großteil der Bevölkerung geäußerte Wunsch, weniger Migration zuzulassen, sei demnach mit den wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen Deutschlands, insbesondere dem Fachkräftebedarf, kaum vereinbar.
„Man muss ehrlich sagen: Deutschland braucht Zuwanderung. Die Babyboomer gehen in Rente, viele Branchen finden keine Arbeitskräfte. Pflege, Gesundheit und viele Unternehmen im ländlichen Raum wären ohne Menschen mit Migrationsgeschichte schon heute in großen Schwierigkeiten“, sagte Wiese. Dass viele Asylmigranten aus Syrien oder Afghanistan zunächst im Sozialsystem landeten, sei eine irrtümliche Pauschalisierung.
„Wenn die vielen Ärztinnen und Ärzte oder Pflegekräfte mit Migrationshintergrund, ob aus Syrien, dem Iran oder anderen Ländern, heute wegfallen würden, hätte unser Gesundheitssystem ein massives Problem. Wir sollten deshalb weg von dieser Schwarz-Weiß-Denke“, sagte Wiese weiter. Auch den Einwand, dass bei einer möglichen Rückführung zahlreiche Patienten beispielsweise syrischer Abstammung wegfielen und sich deswegen das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht zum Nachteil Deutschlands verändern würde, ließ Wiese nicht gelten.
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