Die Preise für Dünger könnten in den kommenden Jahren deutlich steigen. Hauptgrund dafür sind die von der EU angestrebten Klimaschutzmaßnahmen. Ab 2026 soll die EU ihren CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism – CBAM) verbindlich umsetzen. Es sollen Grenzabgaben auf rund 15 Millionen Tonnen Stickstoffdünger-Importe erhoben werden. Damit soll für einen fairen Wettbewerb zwischen EU-Herstellern, die dem europäischen CO2-Zertifikatshandel (ETS) unterliegen, und Drittstaaten gesorgt werden, wie agrarheute berichtet.
Besonders Ammoniak, Harnstoff (Urea) und DAP (Diammonphosphat) werden von den Grenzabgaben betroffen sein. Der Preis für Ammoniak könnte bis 2030 auf etwa 200 Euro pro Tonne steigen – eine Preissteigerung von bis zu 50 Prozent. Bei Harnstoff wird bis 2030 mit einem Preisanstieg von bis zu 45 Prozent gerechnet. Bei DAP könnten es bis zu 10 Prozent werden.
Es werden jedoch vor allem europäische Landwirte sein, die die Kosten für den Import tragen müssten, davon gehen die Rabobank-Expertinnen Doriana Milenkova und Alicia English aus. Die EU ist auf Düngerimporte angewiesen, und für Landwirte gibt es kaum Alternativen. Fünf Exportnationen – Russland, Ägypten, Marokko, Algerien sowie Trinidad und Tobago – liefern fast 70 Prozent der europäischen Stickstoffdünger-Einfuhren. „Dies bedeutet wahrscheinlich, dass die Kosten an die Landwirte – und in begrenztem Umfang – auch an die Händler weitergegeben werden“, verdeutlichten die beiden Analystinnen, laut agrarheute.
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