Die Ergebnisse der Umfragen zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr bestimmen die Diskussionen weit über die betroffenen Bundesländer hinaus. Denn sie haben es in sich: In Sachsen-Anhalt liegt die AfD seit einigen Wochen stabil über 40 Prozent, mit eher leicht steigender Tendenz. Die CDU ist danach weit abgeschlagen, die Linke darf auf ein zweistelliges Ergebnis hoffen. Die SPD kann froh sein, wenn sie die 5-Prozent-Grenze überwindet, Grüne, BSW, FDP liegen unter derselben, manchmal knapp, manchmal sehr deutlich.
Je nachdem, ob und wie viele Parteien es nicht über die 5-Prozent-Hürde schaffen, könnte die AfD evtl. allein eine Regierung bilden. Sollte dies nicht der Fall sein, dann wäre sie gleichwohl die so deutlich stärkste Partei im Landtag von Magdeburg, dass nur alle anderen Parteien – inklusive Linkspartei – zusammen eine Regierung mit parlamentarischer Mehrheit bilden könnten. Zweifellos beides Szenarien, die in ihrer Wirkung massiv über das eher kleine Bundesland Sachsen-Anhalt hinausreichen, zumal es in anderen neuen Ländern auch nicht viel anders aussieht.
Wer in Umfragen nicht gut wegkommt, erklärt sie normalerweise gerne für unbedeutende Momentaufnahmen und versucht, sie wegzuwischen. Das wird in diesem Jahr nicht gelingen. Der Wahlkampf dreht sich komplett um die denkbaren Szenarien, die sich aus den Umfragedaten ergeben.
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