Interventionen sind das vielleicht schaurigste Schreckgespenst des modernen außenpolitischen Diskurses. Vor nicht allzu langer Zeit war das gewaltsame Eingreifen in die Konflikte anderer Länder das liebste Reizthema linker und liberaler Beobachter. Die Intervention als solche zählte zum neokonservativen Instrumentarium, um kapitalgetriebene Markt- und Machtinteressen weltweit durchzusetzen: ein gestürzter Diktator hier, ein verhinderter Völkermord da. Zugang zu Ressourcen wie Erdöl? Sicherlich auch. Der Irakkrieg, der auf den Terroranschlag vom ersten September folgte, ist bis heute archetypisch für die mal mediale, mal private Debatte über modernen Interventionskrieg. Die lange Reihe von strategischen Misserfolgen im Bereich der erzwungenen Regimewechsel, der „Demokratisierung“ anderer Länder und der Gold- und Blutzoll haben die Ablehnung militärischer Interventionen mit der Zeit so zum Reizthema der Rechten werden lassen. Mehr noch: Der Anti-Interventionismus dürfte zu Beginn sogar die Hefe der frischgebackenen Make-America-Great-Again-Bewegung gewesen sein. Trumps persönliche Ambitionen auf den Nobelpreis sind ein ästhetisches Relikt aus dieser Zeit.
Trump beobachtet die Aufstände im Iran genau und er stellte in Venezuela unter Beweis: Die USA kann und wird handeln.
Zehn Jahre nach dem erstmaligen Amtsantritt von Donald Trump blickt seine Anhängerschaft der ersten Stunde verdutzt auf eine Welt, in der das Weiße Haus offen und unverblümt über weltweite Militäroperationen spricht – auch und gerade im Mittleren Osten. Wegen der zivilen Unruhen im Iran brütet die Weltgemeinschaft nun über der Frage, ob es zu einer Intervention der USA kommen wird. Und tatsächlich bereiten sich die Großmächte darauf vor, dass es im Iran einen Macht-, womöglich sogar einen Regimewechsel geben könnte.
Wie sind wir an diesen Punkt gelangt, und auf welche Szenarien sollten wir uns einstellen?
ERFURT: Massen-Proteste gegen AfD-Parteitag! Einzelne Krawalle! Weidel hat mehr Macht I WELT STREAM











