Gegenwärtig herrscht Erleichterung über eine möglicherweise bevorstehende Waffenruhe im Gazastreifen. Dabei sollte unsere Solidarität den fast hundert Geiseln gelten, die sich noch in der Gewalt der Hamas befinden. Vor allem, um die Verschleppten nach Hause zu holen, führt Israel diesen Krieg – und ist sogar zu einem Waffenstillstand bereit, der de facto dem Ziel, die palästinensischen Terroristen als dauerhafte Gefahr für seine Bürger auszuschalten, zuwiderläuft.
Seit 466 Tagen und Nächten werden noch knapp hundert Geiseln aus Israel unter bestialischen Bedingungen im Gazastreifen festgehalten. Ohne Medikamente, hungernd, frierend in mehrere Meter unter der Erde angelegten niedrigen und verdreckten Tunneln, in denen manche nicht aufrecht stehen können, psychisch und physisch gequält. Seit 466 Tagen bangen nicht nur ihre Angehörigen und Freunde um sie, sondern ganz Israel: Rund um die Uhr wird für ihre Rückkehr gebetet, ihre Gesichter sind auf Plakaten und Projektionen zu sehen, in den Zeitungen, am Ben Gurion Airport in Tel Aviv, einfach überall präsent, ihre Namen jedem geläufig.
Die Gesichter der Verschleppten sind in Israel allgegenwärtig und jedem vertraut.
Mehr als 251 Menschen jedes Alters, vom Baby bis zum Greis, Israelis, aber auch Ausländer, darunter Arbeiter aus Fernost, sind am 7. Oktober 2023 beim Überfall auf Israel mit mehr als 1200 Toten in den Gazastreifen verschleppt worden, die meisten von den Terroristen der Hamas und anderer islamistischer palästinensischer Banden, etliche aber auch von Zivilisten. Einige wenige Geiseln konnten von israelischen Soldaten befreit werden, am 1. Dezember 2023 kamen 50 frei – weil Israel dafür 240 verurteilte Palästinenser aus seinen Gefängnissen freiließ.
Zwei Wochen später kamen drei Geiseln durch Schüsse israelischer Soldaten ums Leben, Opfer einer tragischen Verwechslung. Weitere Geiseln wurden von der Armee befreit, zwei davon in Rafah, dem Ort, den Annalena Baerbock von einer Offensive der IDF verschont wissen wollte. Ende August fanden Soldaten die Leichen von sechs ermordeten Geiseln in einem Hamas-Tunnel im südlichen Gazastreifen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











