Rufen, Schreien, ein ohrenbetäubendes Bieterverfahren: „Mr. President! Mr. President! ... “ Ein Fingerzeig des Präsidenten reicht, um zu entscheiden, wer den Zuschlag für eine Frage bekommen hat. Gut anderthalb Stunden trat US-Präsident Donald Trump am Ostermontag vor die Presse, erläuterte die „großartige Aktion“ zur Befreiung eines GIs im Iran und beantwortete anschließend in dem engen Presseraum auf der rückwärtigen Seite seines Amtssitzes die Fragen des White House Press Corps. Auch im Oval Office sind die Pressebegegnungen unter Trump ähnlich turbulent. Wer am lautesten schreit oder anderweitig auf sich aufmerksam macht, kann mit etwas Glück seine Frage anbringen, ganz gleich, ob es sich um die Milchpreise handelt oder den Krieg in Nahost.
Pressekonferenzen, die nicht selten einer offenen Feldschlacht gleichen, bei der Trump schon mal ungehobelt zurückkeilt, wenn ihm eine Frage oder ein Fragesteller nicht passt, bei der er aber auch vor keiner Attacke sicher sein kann. Pressekonferenzen, bei denen man der politischen Wahrheit nicht näherkommt, als bei uns, bei denen man aber immer ein einigermaßen ausgeglichenes Druckpotenzial hat und den Regierungschef konfrontieren und seine Reaktion ungefiltert beobachten kann. Ganz gleich, ob großkotzig, unsicher, nervös, wolkig oder verräterisch detailverliebt – alles wird offen ausgetragen, teilt sich oft unfreiwillig dem Zuschauer mit, wenn der Präsident im Kreuzfeuer auf dem Podest hinter seinem Adler-Pult reagiert. Trump hat sichtliche Freude an Konfrontation.
Ein Fingerzeig des Präsidenten reicht, um zu entscheiden, wer den Zuschlag für eine Frage bekommen hat. Spaß an der Konfrontation hat er auch.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











