In Nordrhein-Westfalen werden die Kinder von Migranten immer krimineller. Dies offenbart eine Studie, die von der Universität Köln und dem Landeskriminalamt ausgearbeitet und von Innenminister Herbert Reul am Donnerstag vorgestellt wurde. Auch Kinder würden demnach immer häufiger zu Straftaten neigen. Insbesondere haben zudem Übergriffe auf Lehrer, Polizisten und Rettungskräfte zugenommen.
Über einen Zeitraum von mehreren Monaten untersuchten die Wissenschaftler etwa 3.800 Schüler der Jahrgangsstufen sieben und neun an insgesamt 27 Schulen in Gelsenkirchen, Marl und Herten. Das Ergebnis: Gewalt, Hass, Respektlosigkeit nehmen dramatisch zu, die Täter werden immer jünger. Studienleiter Professor Clemens Kroneberg sieht die Ursache dieser Entwicklung unter anderem in den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und dem dauerhaften Einfluss sozialer Medien: „Während Covid gab es mehr familiäre Gewalterfahrung, dadurch steigt das Risiko, selbst gewalttätig zu werden.“
An vielen Schulen, so die Einschätzung der Forscher, würden bestehende Regeln kaum noch konsequent durchgesetzt. „Schüler erleben heute, dass Regelverstöße ohne Konsequenz bleiben. Lehrer greifen immer seltener ein.“ Und weiter: „Das senkt die Hemmschwelle, selbst gegen Normen zu verstoßen.“ Auch Reul bezeichnet die wachsende Disziplinlosigkeit als ein zentrales gesellschaftliches Problem: „Wenn Kinder und Jugendliche glauben, sie könnten machen, was sie wollen, muss man das ändern.“
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