Zweimal sprach der Bundeskanzler diese Woche vor jüdischen Zuhörern über die Lehren aus der Shoah. Gleichzeitig wird bekannt, dass neue deutsche Steuermillionen an den Holocaust-Leugner Mahmud Abbas fließen werden, weil Merz zugestimmt hat. Und in Spanien fordert er den Premier Sanchez, der Israel gern mit Atomwaffen stoppen würde, nicht heraus. Können seine Tränen in der Synagoge echt gewesen sein?
Die Signale, die Friedrich Merz an die Adresse Israels und der Juden in Deutschland aussendet, könnten widersprüchlicher nicht sein. Mal stellt er fest, dass Israel im Gazastreifen „die Drecksarbeit für uns alle“ erledigt, dann verurteilt er den Militäreinsatz als „völkerrechtswidrig“. Mal fordert er die Entwaffnung der Hamas, dann verhängt er ein Waffenembargo gegen den jüdischen Staat – keine Genehmigung für die Ausfuhr von Rüstungsgütern, die im Gaza-Krieg verwendet werden könnten.
Mal redet er von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson, dann wirft er Israel vor, die „Eskalation“ in Gaza trage auch „zur Verschärfung gesellschaftlicher Konflikte in Deutschland und Europa bei“ – aus Angst, importierte Islamisten könnten bei uns für Ärger sorgen. Mal erklärt er, jüdisches Leben in Deutschland schützen zu wollen – und holt dann Antisemiten ins Land. Und schafft vor allem keine hinaus, selbst wenn sie die Juden in Deutschland (und nicht nur die) massiv gefährden.
Die vergangene Woche hat wieder gezeigt, wie unglaubwürdig sich der Bundeskanzler macht, wenn er das eine sagt und das andere tut.
Am 15. September ist Friedrich Merz bei der feierlichen Wiedereröffnung der Synagoge Reichenbachstraße in München zu Gast. Dort zeigt er sich ungewohnt emotional. Als er in seiner Rede eine Passage aus dem Buch von Rachel Salamander zitiert, in der als Tochter von Holocaust-Überlebenden ihre kindliche Frage schildert, „ob denn den Juden niemand geholfen habe“, kämpft er mit den Tränen.
Tränen, die Friedrich Merz nie verdrückt hat, wenn er von den israelischen Geiseln sprach, aber auch nicht, wenn zugewanderte Islamisten Anschläge in Deutschland verübten, denen auch nichtjüdische Deutsche zum Opfer fielen. Schließlich hat die illegale Migration aus dem islamischen Raum unser aller Leben unsicherer gemacht. In den sozialen Medien wird dem Kanzler deshalb vorgeworfen, er zeige nur für eine Gruppe, die Juden, Empathie, was nun Ressentiments gegen diese schüren kann. Ob Merz das bedacht hat?
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