Seine Umfragewerte sind unterirdisch, seine Zukunft ist angeblich hoffnungsvoll: Kanzler Olaf Scholz (SPD) soll nach seinem und dem Willen der SPD-Spitze als Kanzlerkandidat seine Partei in die Bundestagswahl führen. Doch innerhalb der Partei regt sich immer mehr Widerstand. Im einflussreichen NRW-Landesverband soll gar ein Putsch laufen – während Scholz in Rio beim G20-Gipfel festsitzt ...
72 Prozent der Deutschen sind mit der Leistung des Kanzlers unzufrieden. Im aktuellen Beliebtheitsranking, welches das Meinungsforschungsinstitut INSA im Auftrag der Bild-Zeitung repräsentativ erhoben hat, steht Scholz hinter AfD-Chef Tino Chrupalla und Nancy Faeser (SPD) auf Platz 20 von 20, und die SPD ist unter seiner Kanzlerschaft von 25,7 Prozent im Jahr 2021 auf derzeit 16 Prozent um rund zehn Punkte abgerutscht.
Scholz gab sich als Macher, doch das Vertrauen der Wähler scheint perdu.
Was sich dieser Tage bei den deutschen Sozialdemokraten abspielt, ist ein Paradebeispiel dafür, dass Politik in einem eigenen Kosmos mit einer eigenen Logik lebt, die mit der Welt draußen wenig zu tun hat: Die SPD-Spitze steht (noch?) fest hinter Kanzler Olaf Scholz als Kanzlerkandidat und will von einem Wechsel zum beliebten Verteidigungsminister Boris Pistorius nichts wissen. Mit anderen Worten: Der nahezu unbeliebteste Politiker des Landes soll die SPD zum Sieg führen, während der beliebteste brav abseits im Glied steht.
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