Eine Woche nach Ungarn ist es an diesem Sonntag zum nächsten Wahlbeben in Osteuropa gekommen: Nach einem halben Jahrzehnt massiver politischer Instabilität haben die Bulgaren bei der achten Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren die neue Partei Progressives Bulgarien (PB) des Ex-Präsidenten Rumen Radew mit absoluter Mehrheit an die Macht gewählt.
Die PB erhielt fast 45 Prozent der Stimmen – so deutlich hat in Bulgarien seit den 90er-Jahren keine Partei mehr gewonnen. Im Parlament nimmt sie wohl 131 der 240 Sitze ein. Der Erdrutschsieg Radews hat dabei vor allem zwei wichtige politische Gründe: Die Elite des Landes gilt als äußerst korrupt, gleichzeitig aber auch als pro-EU; angesichts der Mittel, die das ärmste EU-Land aus Brüssel bekommt, kein Wunder.
Die Wahl Radews kann dabei als eine Abwahl der aktuellen politischen Elite gesehen werden: Die PB, die erst vor wenigen Wochen offiziell gegründet wurde, machte Wahlwerbung mit dem Kampf gegen die Korruption. Eines der wichtigsten Versprechen der Partei ist etwa eine Reform des Justizsystems des Landes. Außerdem gilt der Ex-Präsident als eurokritisch – eine Position, die ihm angesichts der hohen Inflation im Land seit dem Eintritt in die Eurozone zu Anfang des Jahres viel Zuspruch verschafft hat.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











