Wadephul bei al-Jolani: Herzlicher Händedruck mit einem Ex-Terroristen – eine neue Selbstverständlichkeit?  

vor 8 Monaten

Wadephul bei al-Jolani: Herzlicher Händedruck mit einem Ex-Terroristen – eine neue Selbstverständlichkeit?  
Bildquelle: NiUS

Syriens neuer Machthaber Mohammad al-Jolani ist als Ahmed al-Scharaa zum akzeptierten Gesprächspartner avanciert, obwohl er einst als Al-Qaida-Terrorist steckbrieflich gesucht wurde. Die Realpolitik macht es möglich – und was noch?

Außenminister Johann Wadephul reist nach Syrien – und trifft dort Machthaber Mohammad al-Jolani, der sich jetzt Ahmed al-Scharaa nennt. Der ehemalige (?) Islamist und gejagter Al-Qaida-Terrorist wird inzwischen offenbar als verlässlicher Staatsmann wahrgenommen. Im September trat er – nach 60 Jahren Diktatur unter der Assad-Familie – als erster syrischer Präsident vor der UNO auf. Zuvor hatte er sogar an einer Podiumsdiskussion teilgenommen, an der auch der US-General und frühere CIA-Direktor David Petraeus teilnahm, der ihn fast zwanzig Jahre zuvor im Irak verhaften ließ. Fünf Jahre verbrachte der Dschihadist in amerikanischen Militärgefängnissen.

Und jetzt sieht man ihn wie selbstverständlich beim herzlichen Händeschütteln mit dem deutschen Außenminister, der natürlich auch wieder Geld mitgebracht hat: fast 40 Millionen Euro. Schon Wadephuls Vorgängerin im Amt, Annalena Baerbock, hatte Damaskus 2024 „humanitäre Hilfe“ in Höhe von 220 Millionen Euro zugesagt, die angeblich an „regimeferne“ UN-Organisationen und NGOs flossen. Noch im März 2025 wurden 300 Millionen Euro zusätzliche Hilfen für den Wiederaufbau Syriens und die Unterstützung von Flüchtlingen in der Region (z. B. Jordanien, Libanon, Irak, Türkei) angekündigt.

Mein Freund, der alte Terrorist: Wadephul und al-Jolani.

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