Der Aufschwung kommt. Nächstes Jahr. Das sagen zumindest die „Wirtschaftsweisen“ in ihrer Prognose. Um 0,9 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Dieses Jahr werde es schon ein Wachstum von 0,2 Prozent geben, sagen die Berater der Bundesregierung. Doch wer losziehen will, um das Ende der deutschen Wirtschaftskrise zu feiern, sollte sich mit seiner Partylaune noch zügeln. Denn an der Aussagekraft dieser Prognose gibt es einige berechtigte Zweifel. Zu allererst die, dass die Realität die Prognosen aus dem Umfeld der Bundesregierung in den letzten Jahren immer deutlich nach unten korrigiert hat.
Doch selbst wenn die Prognose tatsächlich eintreffen würde und das Bruttoinlandsprodukt im nächsten Jahr um die besagten 0,9 Prozent steigen würde, wäre die Aussagekraft immer noch eingeschränkt. Das hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) dieser Tage selbst eingeräumt. Denn dieses Produkt erfasst vereinfacht ausgedrückt jeden Euro, der in Deutschland ausgegeben wird. In den vergangenen Jahren ist es zurückgegangen, obwohl der Staat massiv mehr Geld ausgibt – etwa für Personal. Denn die privaten Investitionen sind deutlich zurückgegangen in dieser Zeit. An diesen Investitionen lässt sich aber die eigentliche Wirtschaftsstärke eines Landes ablesen. Die sind in Deutschland seit den Jahren der Kanzler Angela Merkel (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) rückläufig.
Woher dann der Aufschwung um 0,9 Prozent schon im nächsten Jahr? Weil der Kanzler das Gegenteil tut von dem, was er sagt: Er weiß, dass die Staatsausgaben zurückgehen müssen, damit das private Kapital wieder fließt. Doch erreichen will er das durch mehr Staatsausgaben. Finanziert aus der Schuldenorgie von 850 Milliarden Euro. „Sondervermögen“ genannt. Fließt dieses Geld, erhöht sich das Bruttoinlandsprodukt, sagen die Weisen. Durchaus möglich, dass dieser Effekt eintrifft. Aber selbst wenn, dann wäre das eben nur eine Scheinblüte, die alsbald ins Gegenteil umschlägt – spätestens wenn der Staat dann Schulden und deren Zinsen bezahlen muss.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











