Von Leiterplatten und Zentralplanern

vor 8 Monaten

Von Leiterplatten und Zentralplanern
Bildquelle: Tichys Einblick

Wer sich ein realistisches Bild von der tatsächlichen Lage der deutschen Wirtschaft verschaffen will, sollte die Zahlenakrobatik und kreative Exegese staatlicher Statistiken ad acta legen. Hier wird die Realität gebogen wie grüner Stahl kurz vorm Bersten.

Selbst Herbert Warnke, letzter SED-Arbeitsminister des wirtschaftlichen Powerhauses DDR, meldete dem Ministerrat bis zum letzten Arbeitstag im längst paralysierten Arbeiter- und Bauernstaat abstruse Statistiken über Vollbeschäftigung und wirtschaftlichen Aufschwung.

Freie Medien sind daher ein Segen. Sie stehen im Wettbewerb untereinander und sichern so ein Maß an investigativer und informativer Qualität, die Medienmonopole wie der öffentlich-rechtliche Staatsfunk niemals leisten könnten. Blicken wir nun also auf den Blogbeitrag von Emanuel Böminghaus und dem Problem der Leiterplattenindustrie.

Eine rasche Erklärung vorweg: Leiterplatten bestehen aus elektrisch isolierendem Material, auf dem Kupferleiterbahnen aufgebracht werden, die als verdrahteter Schaltplan die entsprechenden Bauteile miteinander verbinden. Sie ermöglichen hochkomplexe elektronische Schaltungen auf kleinsten Flächen und finden sich wieder in der Automobilindustrie, Medizintechnik, Telekommunikation, Luft- und Raumfahrt oder Unterhaltungselektronik.

Kurz: Leiterplatten sind eine beinahe nicht sichtbare, aber unverzichtbare Säule jeder Industrieproduktion.

Wir stehen hier vor einem hochspezialisierten Segment der deutschen Wirtschaft, das von Namen wie der Würth Elektronik, BMK Group oder der Contag AG angeführt wird und ohne deren innovativen Input Industrieproduktion am Standort Deutschland schlichtweg undenkbar wäre.

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