„Ich habe es ja schon vor einigen Monaten erfahren. Ich musste das wirklich erst mal verarbeiten“, sagte die HateAid-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg am Freitag im RTL Nachtjournal. Gemeint waren die von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen erhobenen Vorwürfe, die durch einen Spiegel-Artikel einen Tag zuvor bundesweit bekannt wurden. Laut Fernandes soll sich Ulmen über Jahre hinweg im Internet als sie ausgegeben und in ihrem Namen sexualisierte Deepfakes verbreitet haben.
Mit rund 30 Männern, teilweise aus dem beruflichen Umfeld, soll Ulmen auf diese Weise fingierte intime Kontakte aufgebaut und über Jahre hinweg sexuelle Chats geführt haben, wobei er sich jeweils als Fernandes ausgab. Dabei soll er unter anderem KI-basierte Stimmenimitationen genutzt haben, um Telefonsex zu simulieren. Ulmen selbst äußert sich lediglich über seinen Anwalt Christian Schertz, laut dem „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet würden, ohne dies näher zu erläutern.
Der Fall löste eine mediale Empörungswelle aus, die aufgrund ihrer politischen Implikationen an die Reaktion auf das sogenannte „Geheimtreffen von Potsdam“ Ende 2023 erinnert. Auf die damalige Berichterstattung, der zufolge auf dem „Geheimtreffen“ die millionenfache Ausweisung deutscher Staatsbürger geplant worden sei, folgte die größte Demonstrationsserie in der Geschichte der Bundesrepublik. Auch wenn der Fall Ulmen-Fernandes diese Dimension nicht erreichen dürfte, legen die ersten Reaktionen ein ungeheures Mobilisierungspotenzial offen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











