Es ist ein Wechsel mit Gschmäckle: Jeannette Gusko, die Geschäftsführerin des „gemeinnützigen“ und „unabhängigen“ Medienhauses Correctiv, wechselt mit sofortiger Wirkung zu Bündnis 90/Die Grünen. Die 40-Jährige „verlässt Correctiv auf eigenen Wunsch, um den bevorstehenden Bundestagswahlkampf“ mitzugestalten, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Managing Director, die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat haben sich deshalb darauf verständigt, die Zusammenarbeit [...] zu beenden.“
Zwar sind Wechsel von Medienhäusern in die Politik per se nichts Ungewöhnliches, Guskos Transfer ist aber vor dem Hintergrund brisant, dass sie mitverantwortlich für die Ausrichtung des Mediums war, als dieses über die „Geheimkonferenz von Potsdam“ berichtete. Im Januar publizierte Correctiv eine viel beachtete Recherche, in der berichtet wird, wie bei einer Zusammenkunft von AfD- und WerteUnion-Politikern mit neurechten Aktivisten die Deportationen von Millionen von Menschen auf Grundlage rassistischer Kriterien diskutiert worden sein sollen. Die Autoren stellten dabei das Treffen in eine Kontinuität mit der Wannseekonferenz – und mussten ihre Aussagen im Nachgang mehrfach korrigieren.
Die Recherche wurde von Kritikern als tendenziös und irreführend bewertet, mobilisierte aber hunderttausende Demonstranten auf deutschen Straßen. Schon damals berichtete NIUS, dass Gusko als selbsternannte „Verfechterin sozialer Gerechtigkeit“, „Anführerin für Systemveränderungen“ und „Feministin“ seit Jahren verflochten mit der linken „Zivilgesellschaft“ ist, die direkt von staatlichen Geldern abhängig ist. Auch Correctiv erhielt Projektzuwendungen von staatlichen Stellen, etwa aus dem Bildungsministerium, der Staatskanzlei NRW.
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