Volkswagen bereitet sich auf eine Tarifrunde vor, die für die Belegschaft einen ungewöhnlichen Verlauf nimmt. Nicht höhere Löhne stehen dieses Mal im Mittelpunkt, sondern eine umfassende Neuordnung des Entgeltsystems, die am Ende zu Einsparungen führen soll. Konzern, Betriebsrat und Gewerkschaft haben sich bereits im vergangenen Jahr darauf verständigt, die bisherige Struktur grundlegend zu überarbeiten. Nun soll das neue Tarifmodell zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Vorgesehen ist eine Reduzierung der gesamten Tariflohnkosten um sechs Prozent.
Der ursprünglich für später vorgesehene Verhandlungsstart wurde um rund sieben Wochen vorgezogen. Hintergrund ist ein komplexes Gefüge aus derzeit 167 Tätigkeitsbeschreibungen und rund 6000 Arbeitssystemen, das nach Darstellung des Unternehmens nicht mehr zeitgemäß ist. VW-Markenpersonalvorstand Arne Meiswinkel bezeichnete das aktuelle Modell als „in die Jahre gekommen und zu komplex“ und kündigte an: „Daher werden wir es grundlegend vereinfachen und für alle Beschäftigten übersichtlicher gestalten.“
Die geplanten Veränderungen könnten dazu führen, dass einzelne Entgeltgruppen künftig niedriger ausfallen als bisher. Für Beschäftigte, die bereits in diese Gruppen eingestuft sind, soll allerdings ein Bestandsschutz gelten. Zwar wird ihnen der höhere Lohn weiterhin ausgezahlt, doch kann sich der Abstand zu den neuen Stufen künftig verringern, da Differenzen mit kommenden Tariferhöhungen verrechnet werden.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











