Nach dem gravierenden linksextremistischen Brandanschlag, der in Teilen des Berliner Südwestens zu einem insgesamt viertägigen Stromausfall führte, sind in Berlin derzeit laut Tagesspiegel vier Hundertschaften der Polizei ausschließlich damit beschäftigt, die Strom-Infrastruktur zu schützen. Gerade in Steglitz-Zehlendorf, wo sich der jüngste Brandanschlag ereignete, seien Polizeipatrouillen, teilweise in Zivil, zum Schutz von Stromkästen und Kabelbrücken im Dauereinsatz. Der Einsatz sei zudem auf unbestimmte Zeit angeordnet.
Verschiedene Polizeivertreter üben an dieser Einsatzstrategie massive Kritik. Der Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, sprach in diesem Zusammenhang gegenüber dem Tagesspiegel von „völlig sinnfreien“ Maßnahmen, die eine „Frechheit“ seien, und plädierte stattdessen für den Einsatz privater Sicherheitsdienste. Weh kritisiert insbesondere, dass man aus Anschlägen der Vergangenheit nichts gelernt habe und neuralgische Punkte nach wie vor häufig ungeschützt seien.
Bodo Pfalzgraf von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) sprach gegenüber Bild von „politisch motivierter Hyperaktivität“. Die zuständigen Beamten seien „zu Recht völlig fassungslos“ über die angeordneten Maßnahmen: „Man fragt sich, mit welcher Reserve dann noch Großlagen in Berlin bewältigt werden sollen.“ Auch Weh betonte, dass die Beamten „angesichts der anderen Aufgaben“ nicht mehr allzu viel Zeit für den Schutz kritischer Infrastruktur aufbringen sollten.
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