„Virtuelle Gewalt“ gegen Frauen – der politisch nützliche Fall Fernandes

vor 3 Monaten

„Virtuelle Gewalt“ gegen Frauen – der politisch nützliche Fall Fernandes
Bildquelle: Tichys Einblick

Collien Fernandes ist eine ehemalige Viva-Moderatorin und Schauspielerin. Zuletzt machte sie 2023 öffentlich, dass über fast zehn Jahre hinweg gefälschte Inhalte über sie verbreitet wurden, sogenannte Deepfakes. Fernandes bezeichnet das als „virtuelle Vergewaltigung“. Gemeint sind damit künstlich erzeugte, explizite Darstellungen. Reihenweise wurden Männer aus ihrem beruflichen Umfeld von Fake-Accounts kontaktiert, die vorgaben, Fernandes zu sein. An diese Männer wurden die Darstellungen verschickt, zudem kam es zu eindeutigen Chats, um Fernandes zu kompromittieren. Nun machte sie öffentlich, dass sie ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen beschuldigt, für die Verbreitung der Inhalte verantwortlich zu sein. Dazu erstattete sie in Spanien Anzeige. Darüber berichtete zuerst der Spiegel, gegen dessen Berichterstattung Ulmen nun juristisch vorgehen will. Beweise liegen bislang nicht vor. Zahlreiche Prominente solidarisieren sich mit Fernandes, die sich auf Instagram für die Welle der Unterstützung bedankt. Nun werden Forderungen nach harten Strafen, nach einer Klarnamenpflicht im Netz sowie nach einer Digital ID laut.

Am Sonntag meldete eine Klimaaktivistin von „Fridays for Future“ eine Demonstration vor dem Brandenburger Tor an. Laut Polizei kamen mehr als 6000 Demonstranten zusammen, um sich gegen sexualisierte Gewalt im Internet und gegen das Patriarchat zu positionieren. Im Publikum fanden sich Grüne wie Ricarda Lang oder Franziska Brantner, von der SPD wurde Saskia Esken gesichtet.

Während ihrer Rede erklärte Ballon, dass sie bereits im Oktober 2023 gemeinsam mit Fernandes eine Petition an Volker Wissing, den ehemaligen Minister für Digitales und Verkehr, habe überreichen wollen. Gestern Abend sagte die Gründerin von HateAid, Anna von Hodenberg, bei RTL, dass sie den Fall Fernandes seit einigen Monaten kenne. Erstaunlich ist, dass von Hodenberg der Fall Fernandes erst deutlich später bekannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete die Schauspielerin Collin Fernandes bereits seit einigen Jahren mit ihrer Kollegin Josephine Ballon zusammen.

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