„Ob das gelingt“: Ein verstörendes Interview zeigt Merz im Spätherbst seiner Zuversicht

vor 2 Monaten

„Ob das gelingt“: Ein verstörendes Interview zeigt Merz im Spätherbst seiner Zuversicht
Bildquelle: NiUS

Manchmal fühlt es sich an wie Herbst mitten im Frühling. Die Inflation klettert dieser Tage wieder bedrohlich auf die drei Prozent zu, die Milliardenkredite der Bundesregierung werden eher konsumiert als investiert, zünden kein Konjunktur-Feuerwerk, und der Bundeskanzler klagt zum ersten Jahrestag seines Amtsantritts darüber, dass er der ärmste Wicht der Weltgeschichte sei:

„Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen“, sagt Friedrich Merz (CDU) im Interview mit dem Spiegel, „aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde. Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Ich beschwere mich nicht darüber, aber so ist es.“

Eine Botschaft, die es – wenig überraschend – in die Schlagzeile des Interviews geschafft hat und von so viel kommunikativer Ahnungslosigkeit zeugt, dass sich nach all den Jahren im Berliner Politikgeschäft eine Art depressive Müdigkeit bei mir breitmacht. Niemand will einen sterilen Sprechroboter an der Regierungsspitze. Aber ein wenig nachdenken darf man über seine Sätze schon.

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