Verabschiedet Deutschland sich vom Westen? Wer sein historisches Glück nicht versteht, verliert es

vor 6 Monaten

Verabschiedet Deutschland sich vom Westen? Wer sein historisches Glück nicht versteht, verliert es
Bildquelle: NiUS

Die deutsche Gegenwartspolitik erfordert seit Jahren Dauerkritik. Diese Dauerkritik bringt allerdings ein Problem in Form eines Missverständnisses mit sich. Kritik an den bestehenden Verhältnissen, wie sie von Linken bekannt ist, hat immer das gleiche Ziel: Alles schlechtreden, alles einreißen, Platz für die sozialistische Totaltransformation machen. Bei ihr gibt es keine Differenzierung. Die ganze Realität wird dem Kapitalismus zugeschrieben, alle Probleme liegen in dem Zuständigkeitsbereich der Marktwirtschaft. Dauerkritik bedeutet hier Dauerrevolution.

Bei der libertären oder auch konservativen Kritik an der aktuellen Politik wird es komplizierter. Am Sonntag veröffentlichte die überaus kluge, sprachlich virtuose Franziska Zimmerer bei Welt einen Text mit dem Titel: „Die Deutschland-Hasser“. In jenem schreibt sie: „Deutschland schlechtzureden, gehört inzwischen zur Lieblingsdisziplin links wie rechts. Empörung ersetzt oft das Nachdenken über Lösungen. Doch wer sein Land nur verachtet, will es nicht verbessern, sondern sich an seinem Untergang berauschen.“

Für einen gewissen Teil der deutschen Rechten stimmt das natürlich, gerade die Schnellroda-Blase igelt sich lieber in ihrem ideologischen Absolutismus ein als Probleme mit realen Konzepten anzugehen – zu bestaunen beispielsweise an dem Streit zwischen ihr und Maximilian Krah, der immer wieder auf die rechtlichen Unmöglichkeiten des Remigrationskonzepts eines Martin Sellners oder Götz Kubitscheks hinweist. Dort hat Franziska Zimmerer also einen wichtigen Punkt. Der ist aber nicht allgemeingültig.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von NiUS

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von NiUS zu lesen.

Weitere Artikel