Der Untersuchungsbericht zum Skandal um die Gelbhaar-Enthüllungen offenbart ein erschreckendes journalistisches Versagen. Offenbar der Versuchung erlegen, einen vermeintlichen „Me too“-Fall anprangern zu können, wurden beim Sender eigentlich selbstverständliche Grundregeln in Serie ignoriert.
Die 6-seitige Zusammenfassung beruht auf einem 96 Seiten umfassenden Abschlussbericht der Untersuchungen, der von Deloitte-Wirtschaftsprüfern und dem früheren NDR-Investigativchef Stephan Wels erstellt worden war.
Worum geht es? Zum Jahreswechsel hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rrb) auf Basis von eidesstattlichen Versicherungen über Belästigungsvorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) berichtet, woraufhin dieser auf eine Kandidatur auf der Berliner Landesliste seiner Partei für die Bundestagswahl verzichtete und darüber hinaus als Direktkandidat für den Wahlkreis Berlin-Pankow abgewählt wurde.
Gelbhaar selbst hatte beteuert, dass die Vorwürfe „gelogen“ seien – und tatsächlich stellte sich heraus, dass die angeblichen sexuellen Übergriffe frei erfunden waren. Die vermeintliche Hauptzeugin hinter den Vorwürfen gegen Gelbhaar, eine „Anne K.“, war nicht die, für die sie sich ausgab. Shirin Kreße, Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte, hatte unter falscher Identität eine eidesstattliche Versicherung abgegeben.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











