Wie ein staatliches Sozialunternehmen in Hamburg mit Asylbewerbern abkassiert

vor 11 Monaten

Wie ein staatliches Sozialunternehmen in Hamburg mit Asylbewerbern abkassiert
Bildquelle: NiUS

NIUS liegen zwölf Bürgergeldbescheide aus Hamburg vor, die verdeutlichen, wie der Steuerzahler gleich doppelt abgezockt wird: Nicht nur muss er den Unterhalt von ausländischen Großfamilien finanzieren. Das Sozialunternehmen „Fördern & Wohnen“ erhält für die Unterbringung der Asylbewerber ebenfalls gigantische Summen. Die Mitarbeiterzahl des Konzerns hat sich so in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Der Chef des Unternehmens verdient mit 230.000 Euro mehr als ein Bundesminister.

Vergangene Woche berichtete NIUS exklusiv über das Bürgergeld-Leben der afghanischen Familie B. in Hamburg. Der Clan kassierte in Hamburg fast 7.000 Euro Bürgergeld – obwohl das Familienoberhaupt in einem Supermarkt angestellt ist und kein Deutsch spricht, wie NIUS-Recherchen vor Ort zeigten. Besonders pikant waren jedoch die hohen Mietzahlungen der Familie. 5.100 Euro der Bürgergeldsumme flossen an den städtischen Vermieter einer Asylunterkunft.

NIUS liegen weitere zwölf Amtsbescheide aus Hamburg vor, die beweisen: Es handelt sich keineswegs um einen Einzelfall. Die Unterlagen zeigen Bewilligungen von Bürgergeldzahlungen oder Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und datieren aus den Jahren 2021 bis 2025. Ausländische Großfamilien erhalten meist über mehrere Monate Bürgergeld, zum Teil auch über mehrere Jahre.

Und dabei fällt auf: Immer wieder zahlen die Jobcenter außerordentlich hohe Mieten an das Hamburger Sozialunternehmen „Fördern & Wohnen“, das schon im Fall der Familie B. als Vermieter auftauchte. Laut den Unterlagen bewilligten die deutschen Behörden den zwölf Familien, die jeweils vier bis acht Personen umfassen, hohe vierstellige Beträge zwischen 3.700 und 7.700 Euro. Mehr als die Hälfte der Zahlungen geht jedoch an den Vermieter der Transferleistungsempfänger – in einigen Fällen sind es sogar rund 90 Prozent der Bürgergeldbeträge.

Die folgende Tabelle zeigt die monatlich höchste bewilligte Summe für die jeweilige Familie. Insgesamt geht es hier um Zahlungen von 61.198,01 Euro – und das pro Monat. Davon wanderten 44.665,73 Euro, also 73 Prozent der Gesamtsumme, direkt auf das Konto von „Fördern & Wohnen“.

Eine sechsköpfige Familie S., die tschetschenischer Herkunft ist, kassierte beispielsweise von Februar 2023 bis Juli 2023 zwischen 5.630 Euro und 5.774 Euro Bürgergeld pro Monat. Von dieser Summe landeten 3.264 Euro auf dem Konto von „Fördern & Wohnen“. Eine achtköpfige Familie K. aus Syrien erhielt von Januar 2024 bis Oktober 2024 Bewilligungen in Höhe von bis zu 7.725,02 Euro. Hier flossen 5.864 Euro in die Kassen von „Fördern & Wohnen“.

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