Waren die wissenschaftlichen Vorwürfe gegen Frauke Brosius-Gersdorf doch schwerwiegender als gedacht? Das legt ein neues Prüfungsverfahren der Universität Hamburg nahe: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat die Hochschule ein Prüfungsverfahren wegen neuer Vorwürfe durch den Plagiatsjäger Stefan Weber eröffnet. So habe die Ombudsstelle entsprechende Hinweise erhalten, denen man nun nachgehen möchte.
Weber hatte bereits vor der gescheiterten Wahl der SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht Vorwürfe gegen ihre Dissertation erhoben – dabei ging es um mögliche „unethische Autorenschaft“. So sieht Weber zahlreiche nahezu wortgleiche Textstellen zwischen der Promotion von Brosius-Gersdorf und der Habilitationsschrift ihres Mannes Hubertus Gersdorf.
Jetzt erhebt Weber neue Vorwürfe im Rahmen eines 86-seitigen Gutachtens: Ihr Ehemann soll in weiten Teilen ihre Dissertation verfasst haben, so der Plagiatsjäger. Die Betroffene bestreitet dies entschieden – rechtliche Schritte gegen Weber sind angekündigt. „Sollte es für diesen unzutreffenden, haltlosen und ehrverletzenden Vorwurf irgendeinen Mindestbestand an Beweistatsachen geben, fordern wir, unsere Mandanten damit konkret zu konfrontieren, damit sie dem entgegentreten können“, teilte dazu eine von ihr beauftragte Anwaltskanzlei mit.
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