Diese Ungedienten fordern heute eine Wehrpflicht

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Diese Ungedienten fordern heute eine Wehrpflicht
Bildquelle: NiUS

In der Debatte um die Wehrpflicht tun sich vor allem Politiker und Prominente als Befürworter hervor, die selbst keinen Dienst an der Waffe geleistet haben. Einstige Verweigerer rufen heute junge Leute dazu auf, zur Bundeswehr zu gehen. Und manche erweitern den Kreis sogar.

Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 und der deutschen „Zeitenwende“ hat sich die sicherheitspolitische Debatte verschoben. Plötzlich fordern Stimmen, die früher eher pazifistisch oder zumindest distanziert gegenüber dem Militär waren, eine stärkere Bundeswehr, höhere Verteidigungsausgaben, Waffenlieferungen und – in unterschiedlichem Maße – Elemente einer Wehrpflicht oder eines verpflichtenden Dienstes. Auffällig ist dabei: Viele der lautesten Befürworter haben selbst nie gedient und sind heute altersbedingt weitgehend außerhalb des Risikos.

Eben ist auch der Komiker Bernhard Hoëcker („Switch“, „Genial daneben“, „Wer weiß denn sowas?“) entsprechend auffällig geworden. In Bettina Böttingers Podcast „Zwischen den Zeilen“ kam das Gespräch auch auf frühere Einstellungen zum Militär und was sich verändert habe. Hoëcker erzählt, er habe damals den Wehrdienst verweigert, es sei für ihn gar nicht infrage gekommen, er habe das System Bundeswehr abgelehnt, jedoch: „Heute bin ich ja fast dafür, dass man eine Wehrpflicht einführt für Ältere.“ Er könne zwar „keine 60 Kilo mehr tragen wie die jungen Hüpfer“, sei aber in der Lage, Autos zu fahren.

Auch Frauen müssten dann selbstverständlich eingezogen werden. „Alle, die laufen können“ – um dann sogar den Kreis der Dienenden in erstaunlichem Maße zu erweitern: „Du musst noch nicht mal laufen können. Warum sollte nicht auch, sag’ ich mal, ein Rollstuhlfahrer nicht in der Etappe hinten im Büro sitzen und Dinge machen, die dann jemand, der laufen kann, nicht macht, weil an der Stelle, wo gelaufen wird, gelaufen werden muss.“

Komiker Bernhard Hoëcker würde heute sogar Alte und Behinderte einziehen lassen.

Es sei heute „eine andere Gruppe, die uns bedroht“, kein „Pakt, der Angst hat, überfallen zu werden, sich aber nicht ausdehnen will“. Womit Hoëcker den Kalten Krieg und den Warschauer Pakt meint, den er offenbar immer noch für ein Verteidigungsbündnis hält. Allein: Jetzt haben wir es mit Putin zu tun, und dem Komiker schwebt offenbar eine allgemeine Mobilmachung vor, die auch Untaugliche im Rollstuhl betreffen soll.

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