Der neue Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Hendrik Lünenborg, hat deutliche Kritik am bisherigen Vorgehen seines Hauses im Zusammenhang mit dem Format „Klar“ und dessen Moderatorin Julia Ruhs geübt. „Das hätte so, wie es passiert ist, nicht passieren dürfen“, sagte Lünenborg am Freitag bei der Sitzung des NDR-Rundfunkrats in Hamburg.
Das gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk verantwortete Format war von Beginn an umstritten, da es ausdrücklich auch konservative Stimmen berücksichtigen sollte. Der NDR hatte angekündigt, dass „Klar“ fortgeführt werde, jedoch ohne Moderatorin Ruhs. Diese, beim BR als freie Mitarbeiterin tätig, warf dem NDR daraufhin „Cancel Culture“ und eine Einschränkung der Meinungsvielfalt vor.
„Unsere Debattenkultur ist im Moment nicht im allerbesten Zustand“, erklärte der neue Intendant. Ziel sei es nun, einen Prozess anzustoßen, „der die Debattenkultur nachhaltig verbessert“. Dabei gehe es ihm um „Perspektivenvielfalt“, die nicht selbstverständlich sei und daher ebenfalls durch einen strukturierten Prozess gestärkt werden müsse. „Die Perspektivenerweiterung ist die zentrale Aufgabe für den NDR in den nächsten Jahren“, so Lünenborg.
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