Die Affäre um Christian Ulmen und seine Ex-Frau Collien Fernandes bewegt aktuell das ganze Land. In die Debatten darüber, welche Taten dem Schauspieler und Regisseur zur Last gelegt werden können, mischt sich jedoch häufig die Vorverurteilung aller Männer. Fehlende Distanzierungen, unzureichende Wut auf Ulmen oder der Vorwurf des unterdrückungsgeilen Sex-Neandertalers: In der Causa scheint es für die Herren kaum einen Weg zu geben, um selbst nicht als Mittäter zu gelten – bis auf die eigene Selbstanklage.
Ohne Zweifel, die Vorwürfe, die gegen den Schauspieler im Raum stehen, sind hart: Unter Fernandes’ Identität soll er pornografisches Material an andere Männer verschickt haben und wollte dabei offenbar den Eindruck erwecken, es handle sich bei den Inhalten um seine damalige Frau. Ein zweiter Aspekt: Von ihr existieren Deepfake-Pornos, die, so die aktuell verbreitete These, natürlich ebenfalls alle von Männern angefertigt wurden.
Doch selbst, wenn es dafür den Beweis gäbe: Wären dann alle anderen Männer automatisch mitschuldig? Schaut man sich aktuell die Beiträge einiger Leitmedien, aber auch Influencer an, gewinnt man den Eindruck: ja!
„Seid leise, Männer!“, fordert die Taz. Der Spiegel stellt die Frage, ob man mit Männern überhaupt noch befreundet sein darf. Für den Deutschlandfunk ist es der gänzlich falsche Ansatz, vor einer Vorverurteilung von Männern zu warnen. Und Influencerin Leonie Löwenherz will Männer gleich öffentlich kastrieren lassen.
Die Spiegel-Geschichte brachte die Ulmen-Affäre ins Rollen. Nun lenkt Männerhass von den eigentlichen Problemen ab, die der Fall mit sich bringt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











