Die Ukraine plant, ihre Kapazitäten in der Kernenergie langfristig erheblich zu erweitern. Nach Angaben von Energieminister Denys Schmyhal soll die installierte Leistung von Atomkraftwerken bis zum Jahr 2050 auf insgesamt 25 Gigawatt erhöht werden. „Unser Ziel ist eine Nennleistung von 25 Gigawatt an Atomenergieerzeugung bis 2050“, schrieb Schmyhal auf Telegram. Zugleich betonte er, dass die Kernkraft künftig als „Grundlage der neuen Energiearchitektur der Ukraine“ dienen solle.
Ein Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf dem Kernkraftwerk Chmelnyzkyj im Westen des Landes. Dort sind derzeit zwei Reaktoren in Betrieb; zusätzlich ist der Bau von vier weiteren Reaktorblöcken vorgesehen. Mit der angestrebten Leistung würde die Ukraine ihre bisherigen Kapazitäten deutlich übertreffen. Aktuell verfügen vier Kernkraftwerke mit insgesamt 15 Reaktoren sowjetischer Bauart über eine Gesamtleistung von mehr als 13 Gigawatt. Die jüngsten Erweiterungen erfolgten 2004 durch neue Reaktoren in Riwne und Chmelnyzkyj.
Der geplante Ausbau ist auch vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl bemerkenswert. Trotz der Ereignisse von 1986, als sich dort das schwerste Atomunglück Europas ereignete, setzt das Land weiterhin auf Kernenergie. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem dem Kernkraftwerk Saporischschja. Mit einer Leistung von sechs Gigawatt handelt es sich um die größte Anlage dieser Art in Europa. Seit 2022 steht sie unter der Kontrolle russischer Truppen; sämtliche sechs Reaktoren wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.
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