London: Wirt Harman Singh Kapoor verweigert Verkauf von Halal, Polizei führt ihn ab

vor 4 Monaten

London: Wirt Harman Singh Kapoor verweigert Verkauf von Halal, Polizei führt ihn ab
Bildquelle: Tichys Einblick

Es ist ein Bild, das sich ins Gedächtnis brennt: Ein Sikh, der in London ein Restaurant betreibt, weigert sich, Halal-Fleisch zu verkaufen, wird monatelang bedrängt, filmt die Drohkulisse vor seinem Laden, ruft nach Schutz, bekommt ihn nicht und wird am Ende selbst von der Polizei abgeführt. Genau das ist jetzt im Fall des Londoner Restaurants Rangrez geschehen. Hindustan Times berichtet, dass Harman Singh Kapoor am Samstag kurzzeitig festgenommen wurde, nachdem sein Lokal bereits seit Tagen wegen seiner Weigerung, Halal zu servieren, im Zentrum von Protesten stand. Die veröffentlichten Aufnahmen zeigen ihn in Handschellen und beim Abtransport in einen Polizeiwagen.

Das Restaurant Rangrez liegt an der Fulham Palace Road in Hammersmith und existiert seit 16 Jahren. Schon Ende Februar war bekannt geworden, dass Kapoor das Restaurant schließen will. Als Gründe nannte er steigende Kosten, fortgesetzte Online-Schikanen, wiederholte Störungen und Angriffe sowie mangelnde Unterstützung durch die Metropolitan Police. Das ist keine Randnotiz. Das ist der Kern des Falls. Ein Restaurantbesitzer sagt offen, er könne unter diesem Druck konkreter Bedrohungen um Leib und Leben von ihm und seiner Familie nicht mehr weitermachen. Und der Staat, der in einem Rechtsstaat zuerst den Bedrohten schützen müsste, steht am Ende nicht als Schutzmacht da, sondern als Machtapparat, der den Falschen abführt.

Kapoor begründet seine Linie religiös. Als Sikh wolle er Jhatka-Fleisch servieren und gerade kein Halal. Daraus machte er öffentlich keinen Hehl. Genau das löste die Eskalation aus. Hindustan Times schreibt, Kapoor habe wiederholt gepostet, er werde von Muslimen bedroht und eingeschüchtert, weil er kein Halal anbiete; in seinen online verbreiteten Videos seien Gruppen von Protestierenden vor dem Restaurant zu sehen. Die Zeitung hält außerdem fest, dass die Metropolitan Police bis jetzt keine näheren Informationen zur Festnahme veröffentlicht hat. Auch das spricht Bände. Wenn ein Fall international Wellen schlägt, ein Mann in Handschellen aus seinem eigenen Restaurant geführt wird und die Öffentlichkeit danach im Nebel stehen bleibt, dann ist das kein Zeichen staatlicher Souveränität, sondern politischer Feigheit.

Man muss sich die Abfolge nüchtern ansehen, um den ganzen Skandal zu begreifen. Da steht nicht irgendein Großagitator vor einer anonymen Menge. Da steht ein Unternehmer vor seinem Lokal, mit seiner Familie im Rücken, vor Menschen, die ihn wegen seiner Speisekarte und seiner religiösen Entscheidung unter Druck setzen. Er dokumentiert die Vorgänge seit Wochen. Er macht sichtbar, was ihm entgegenschlägt. Seiner Tochter wird von Muslimen mit Vergewaltigung gedroht. Kapoor beklagt fehlenden Schutz. Immer wieder rückt die Polizei an und wieder ab. Und was bleibt am Ende als starkes Bild zurück? Nicht die Polizei, die einen bedrohten Bürger schützt. Sondern die Polizei, die den Besitzer abführt. In einem Land, das sich noch immer gern als Wiege liberaler Freiheitsrechte inszeniert, ist das ein Offenbarungseid.

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