Ein Foto, das viel über Berlin sagt – und weit über seine Grenzen hinaus ein Stück deutscher Wirklichkeit zeigt. Ein Straßenschild in der Prachtstraße der Hauptstadt. Neben dem Schild teure Boutiquen und Hausfassaden aus der Gründerzeit.
Finden Sie auf dem Straßenschild, was dort nicht hingehört? Meiner Kollegin Adina ist der gröbste Fehler sofort aufgefallen. Sie ging auf ein Leibniz-Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Sie sagt: „Das erste, was wir lernten, war, die Bedeutung dieses Philosophen. Vor allem aber, wie man ihn schreibt. Nämlich Leibniz und nicht Leipniz“. Man kann sich das Ganze leicht merken, der gleichnamige Keks wird auch so geschrieben – nämlich mit „b“. Sollte Leibniz doch ein Fall für Spezialisten sein – der zweite Fehler müsste für jedermann erkennbar sein: „Keine Durchfahrt zum Kantstraße“. Mehr Kauderwelsch geht nicht.
Ein Verfall der deutschen Sprache – so wie er schon lange kein Einzelfall mehr ist, leider. Immer öfter sehen wir gröbste Fehler auch im öffentlichen Raum. In Schulen und Universitäten ist es schon lange Alltag – wie meine Kollegin Adina mir berichtet. „Mir fällt der Verfall der deutschen Sprache schon lange auf. Es ist erschreckend, wie uninteressiert die sogenannte Generation X an der Richtigkeit der Rechtschreibung ist. Selbst die Korrektur der Rechtschreibung ist in der Schule schon lange keine Priorität mehr. Oft wurde die Rechtschreibung in Nebenfächern unbenotet gelassen, wenn der Inhalt des Fachs richtig wiedergeben wurde.“
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