Die türkische Rundfunkaufsicht RTÜK hat dem oppositionellen Sender Sözcü TV ein zehntägiges Sendeverbot auferlegt. In einer offiziellen Mitteilung begründete die Behörde die Entscheidung mit der „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit“ im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die anhaltenden Massenproteste.
Der Sender sei „mit einem zehntägigen Sendeverbot belegt“ worden, heißt es weiter. RTÜK kündigte an, im Falle weiterer „Verstöße“ nach Ablauf der Sperre den Entzug der Sendelizenz zu prüfen. Parallel dazu teilte die BBC mit, dass einer ihrer Journalisten, der über die Proteste berichtet hatte, aus der Türkei ausgewiesen wurde. Ihm werde vorgeworfen, eine „Bedrohung für die öffentliche Ordnung“ darzustellen.
Hintergrund der Maßnahmen sind landesweite Proteste gegen die Inhaftierung und Absetzung des früheren Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu. Der populäre Oppositionspolitiker war vergangene Woche festgenommen worden – ein Vorgang, der die größten Demonstrationen seit den Gezi-Protesten 2013 ausgelöst hat.
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