Fast zwei Wochen Krieg zwischen Israel und Iran, eine wackelige Waffenruhe – und mittendrin ein US-Präsident, der Friedensabkommen postet und Konflikte in Echtzeit kommentiert. NIUS zeigt, wie Donald Trump mit seinem Social-Media-Stil die klassische Diplomatie unterläuft – und welche Folgen das für die Weltpolitik hat.
Am 13. Juni 2025 reagiert Israel mit einem gezielten Militärschlag auf eine Lage, die den Staat seit Jahren existenziell bedroht. Der Angriff auf Irans Atomanlagen, Luftabwehrsysteme und Kommandozentralen ist eine Antwort auf ein Regime, das Israels Auslöschung zum Staatsziel erklärt hat. In offiziellen Verlautbarungen bezeichnet Teheran Israel als „Krebsgeschwür“, das entfernt werden müsse. Die Sprache ist eindeutig genozidal. Über Proxies wie die Hisbollah oder Hamas führte Iran diesen Vernichtungskrieg längst mit realem Blutvergießen – ohne den Iran wäre der 7. Oktober nicht denkbar. Gleichzeitig ist die europäische Iranpolitik endgültig gescheitert. Während die EU noch auf Gespräche setzte, wies die Internationale Atomenergiebehörde nach, dass der Iran hochkonzentriertes Uran weit über zivile Zwecke hinaus anreichert.
Amerikanische Luftschläge zerstörten am vergangenen Sonntag nun zentrale Nuklearanlagen, israelische Streitkräfte töteten in diesem Krieg insgesamt über 20 ranghohe Militärs, darunter mehrere Kommandeure der iranischen Revolutionsgarden. Es ist ein historischer Präventivschlag – militärisch, aber auch symbolisch. Denn er markiert das Ende der Illusion, man könnte mit einem antisemitischen Terrorstaat zu einem wie auch immer gearteten Frieden gelangen, wenn nicht zuerst Fakten in Sachen Sicherheit geschaffen werden.
Trump drohte hier dem obersten iranischen Führer mit dem Tod. Er beendete seinen Post mit den provokanten Worten „Thank you for paying attention to this matter“ – provokant, da es sich um eine Formel handelt, wie sie im Amerikansichen am Ende von Durchsagen etwa an Bahnhöfen geläufig sind.
Donald Trump steht inmitten eines außenpolitischen Dilemmas, das tief in den Reihen seiner eigenen Partei verankert ist. Die Republikaner sind gespalten: Auf der einen Seite stehen die Neokonservativen, die traditionell eine interventionistische militärische Außenpolitik vertreten. Auf der anderen Seite steht Trumps eigene Bewegung (MAGA), die für „America First“ steht – und damit für eine defensive Strategie, die sich gegen neue Kriege und für nationale Interessen wendet. Trumps Wahlerfolg basierte auch auf der Abkehr von endlosen Auslandseinsätzen – nicht auf deren Ausweitung.
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











