Der amerikanische Präsident Donald Trump will ab dem 1. August auf Importe aus allen EU-Ländern in die USA Strafzölle von 30 Prozent erheben. Diese Zölle sollen auf eine breite Palette von Produkten entfallen: auf Autos und Autoteile, Maschinen und Metallwaren, Kunststoffe und Chemikalien. Im Moment liegt auf den Exporten aus EU-Ländern in die USA ein Basiszoll von 10 Prozent. Der ist für die deutschen Exporteure noch einigermaßen verkraftbar – läge er aber bei 30 Prozent, dann sähe die deutsche Exportwelt ganz anders aus. Dann drohten der deutschen Industrie Verwerfungen, die wir so noch nicht gesehen haben.
Passieren könnte nämlich das: Die Exporte in die USA könnten um 30 bis 40 Prozent einbrechen – das entspricht einem Verlust von 50 bis 60 Milliarden Euro pro Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) würde 2025 bis 2028 im Schnitt um 1,1 Prozent niedriger ausfallen, was einer Dauerrezession entspräche. Besonders hart träfe es die Autoindustrie, für welche die USA der wichtigste Markt außerhalb Europas sind, sowie den Maschinenbau. Insgesamt könnte sich der Schaden nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (iW) bis 2028 auf 200 Milliarden Euro summieren. Hinzu kommt eine gefährliche Sekundärwirkung: Gegenzölle der EU und eine Dumpingwelle aus China (das selbst unter hohen amerikanischen Importzöllen leidet) würden den Druck auf den europäischen Markt weiter verschärfen.
Exporte in die USA könnten um 30 bis 40 Prozent einbrechen, besonders hart träfe es die Autoindustrie.
Wenn wir uns jetzt kurz erinnern, dass das deutsche BIP zwischen 2000 und 2024 pro Jahr im Schnitt real um mickrige 0,8 Prozent gewachsen ist, für das laufende Jahr ein Nullwachstum erwartet wird und erst 2026 überhaupt wieder von einem Wachstum von einem Prozent ausgegangen wird – dann könnten Trumps Strafzölle für wahrhaft apokalyptische Aussichten sorgen. Insbesondere für Rentner, Bürgergeldbezieher, Arbeitslose und Migranten, die hauptsächlich von Transferzahlungen leben.
Aber muss das so kommen? Wird über die deutsche Wirtschaft auf Jahre hinaus ein Schatten fallen? Wird der Bundeshaushalt, der bereits heute nur mit einer Schuldenorgie, die sich euphemistisch „Sondervermögen“ nennt, finanzierbar ist, irgendwann gar nicht mehr zu bezahlen sein? Werden wir also den Weg Japans und Frankreichs gehen, zweier Länder, bei denen der Staat sich andauernd in die Wirtschaft einmischt und wo ganze Sparten der Gesellschaft (in Frankreich die Beamten, in Japan die Reisbauern) am Dauertropf des Staates hängen?
Ehrliche Antwort: Wenn die EU nicht bald etwas unternimmt und sich mit Trump ins Benehmen setzt: ja. Wenn die Bundesregierung es weiterhin bei scheinheiligen Beschwichtigungen und Sonntagsreden (Außenminister Wadephul: „Zölle helfen niemandem“) belässt, dann auf jeden Fall. Und wenn wir die Zukunft unseres Außenhandels mit den USA einem mittelmäßig erfolgreichen EU-Funktionär wie dem Slowaken Maroš Šefčovič anvertrauen, der in den letzten Monaten sechsmal in den USA war, aber jedes Mal mit leeren Händen zurückgekommen ist, dann sowieso.
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