Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute in Frankfurt die vierte Zinssenkung des Jahres beschlossen. Der Einlagensatz, der als Leitzins gilt, wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3 Prozent gesenkt. Gleichzeitig wurde der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem Geschäftsbanken bei der EZB hinterlegen können, auf 3,15 Prozent reduziert. Im Juli hatte die EZB unter Präsidentin Christine Lagarde eingeleitet. Damals lag der Leitzins bei 4 Prozent. Im September und Oktober folgten weitere Zinssenkungen.
Der Schritt war im Vorfeld nicht unbedingt erwartet worden. Die EZB ist in erster Linie dazu verpflichtet, die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Inflationsraten haben in der jüngsten Vergangenheit jedoch wieder angezogen. Nach einem kurzzeitigen Rückgang im September stieg die Teuerungsrate wieder an und erreichte im November 2,3 Prozent. Prognosen deuten auf noch höhere Werte für Dezember und Januar hin.
Das mittelfristige Ziel der EZB von 2,0 Prozent wird damit weiterhin überschritten. Die Preisentwicklung bleibt insbesondere im Lebensmittelsektor angespannt. Zudem verharrt die Kerninflation, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, mit 2,7 Prozent auf einem besorgniserregend hohen Niveau. „Die weitere Entwicklung der Inflation im kommenden Jahr bleibt unsicher“, so Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands gegenüber der tagesschau.
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