Am heutigen Mittwoch wird die Bundeswehr ein neues Kapitel in der Luftverteidigung aufschlagen. Oder, wie es das Militär in liebgewonnener Eigentümlichkeit auszudrücken pflegt, sie „erklärt die Anfangsbefähigung des Waffensystems ‚Arrow 3‘“ aus Israel. Dieses wird im Fliegerhorst Holzdorf stationiert und soll aus dem Herzen des mitteldeutschen Waldes heraus zukünftig feindlichen Raketen ihr zerstörerisches Handwerk legen.
Bis es letztlich so weit ist, dauert es noch ein bisschen, „erste Komponenten sind einsatzbereit“, meldet die Luftwaffe. Das ist in etwa so, wie wenn Vati im Advent schon einmal den Christbaumständer aufstellt, eine Erstbefähigung für den Heiligen Abend. Aber wir wollen nicht meckern: Militärische Projekte sind nun einmal langwierig und schwer durchführbar, vor allem, wenn die Politik im Spiel ist. Und das ist sie bei Deutschlands neuer Raketenabwehr ganz gewaltig.
Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, spricht vor dem Startgerät des neuen Raketenabwehrsystems Arrow 3 vor dem Radom in der Annaburger Heide.
In diesem Fall geht es um zwei Länder, die eine komplizierte gemeinsame Geschichte haben. Gemeint sind damit nicht Sachsen-Anhalt und Brandenburg, deren Landesgrenze mitten durch die Startbahn des Fliegerhorst Holzdorf verläuft. Sondern es geht um Israel und Deutschland. Aus dem jüdischen Staat kommen mit die besten Luftverteidigungssysteme der Welt, gestehen auch erbitterte Gegner zähneknirschend zu. Doch, Moment: War da nicht etwas mit einem Waffenembargo, ausgerufen durch Kanzler Merz? Eines nach dem anderen.
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