Toter Aktivist: Meloni spricht von „Wunde für Europa“ – Macron fordert sie auf, sich um eigene Probleme zu kümmern

vor 5 Monaten

Toter Aktivist: Meloni spricht von „Wunde für Europa“ – Macron fordert sie auf, sich um eigene Probleme zu kümmern
Bildquelle: Apollo News

Nach dem Tod eines rechten Aktivisten in Lyon ist es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron gekommen. Am vergangenen Wochenende war der 23-jährige Quentin Deranque in Lyon ums Leben gekommen. Meloni hatte den Tod des Aktivisten als „eine Wunde für ganz Europa“ bezeichnet. Diese Einordnung stieß in Paris auf Ablehnung. Macron, der sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Auslandsreise in Indien befand, wertete die Äußerung als unzulässige Einmischung in französische Angelegenheiten.

Aus dem Umfeld der italienischen Regierungschefin hieß es daraufhin gegenüber Politico, die Reaktion des französischen Präsidenten sei „mit Erstaunen“ aufgenommen worden. Melonis Stellungnahme habe ausschließlich der „Solidarität mit dem französischen Volk, das von diesem schrecklichen Ereignis betroffen ist“, gegolten und sei nicht als Intervention in die Innenpolitik Frankreichs zu verstehen.

Meloni selbst äußerte sich später am Tag in einem Interview zu den Vorwürfen. „Ehrlich gesagt war ich von dieser Erklärung Macrons sehr überrascht. Ich habe sie nicht erwartet. Meine Überlegung bezieht sich nicht auf Frankreich, sondern auf die Risiken der Polarisierung“, sagte sie. Zugleich bedauerte sie das entstandene Missverständnis: „Es tut mir leid, dass Macron das als Einmischung aufgefasst hat. Einmischung ist etwas anderes – zum Beispiel, wenn ein Staatschef von seinen Bürgern gewählt wird und ein anderes Land sagt, es werde die Rechtsstaatlichkeit überwachen. Das ist Einmischung.“ Damit spielte Meloni auf frühere Äußerungen der französischen Regierung nach ihrem Wahlsieg an.

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