Nachdem Tobias Haberl für das Süddeutsche Zeitung Magazin einen Essay darüber verfasst hat, wie unverstanden er sich als Christ in unserer Zeit und Gesellschaft fühlt, ist die Resonanz überwältigend. Unzählige Rückmeldungen per Mail positiv wie auch kritisch, belegen, dass er einen Nerv getroffen hat. Und so legt er mit dem gleichnamigen Werk eine Ausarbeitung in Buchform vor: Wie fühlt man sich heutzutage als Christ unter Heiden? In einer Gesellschaft, in der viele Menschen dem Glauben kaum noch begegnen, in der Vorurteile und Vorverurteilungen weit verbreitet sind, und in der nicht nur Unwissen und Unverständnis vorherrschen, sondern auch weithin Desinteresse gegenüber Theologie, Religion, Glaube.
Tobias Haberl gibt Auskunft über das Gefühl, unverstanden zu sein, der Exot beim gemeinsamen Abendessen, der Außerirdische insbesondere in intellektuellen und „elitären“ Milieus wie der Medienwelt.
Ein solches Anliegen könnte leicht in Weinerlichkeit oder Belehrung abgleiten; beides aber liegt dem Autor völlig fern. Dass man seinen Schilderungen gern folgt, hat verschiedene Gründe. Zum einen wäre da Haberls freundlicher Humor. Bei aller Ernsthaftigkeit wird deutlich, dass hier jemand dazu bereit ist, auch über sich selbst zu lachen, sich selbst zu hinterfragen. Das weckt Vertrauen. Und dann wäre da Haberls Zugewandtheit: Immer wieder spricht aus seinen Zeilen frische, aufgeweckte Neugier auf das Andere, den Anderen.
Wer aber so ehrlich interessiert ist an dem, was ihm fremd ist, dem gesteht man gern zu, auch von dem zu erzählen, was er kennt, was ihm eigen ist, und sei es der eigene Glaube. Es steckt sogar eine gewisse Verführungskraft in Haberls ungewzungen-toleranter Weltoffenheit, die doch gerade Christen gern abgesprochen wird: Man will ihm nicht nachstehen in seiner Aufgeschlossenheit, und fühlt sich gewissermaßen herausgefordert, sich als ebenbürtig zu erweisen. Und das bedeutet eben, die Tür des eigenen Geistes aufzustoßen, hinauszugehen, und sich von ihm ein Stück weit in seine Gedanken- und Erfahrungswelt mitnehmen zu lassen.
Das ist durchaus nicht unbescheiden: Haberl, dem laut eigener Aussage der Katholizismus bei seiner Geburt „wie ein Eimer über den Kopf“ gestülpt wurde, spricht aus der Perspektive eines „Cradle Catholic“, d.h. eines von Kindheit an katholisch sozialisierten Menschen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











