Deutschlands größter Stahlhersteller zieht die Notbremse: Wegen einer Welle von Billigimporten und einem zunehmend schwierigen Markt stoppt Thyssenkrupp Steel die Fertigung von Elektrostahl an zwei Standorten. Ab Mitte Dezember sollen die Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues bis zum Jahresende komplett stillstehen, teilte die Stahlsparte in Duisburg mit.
Doch der Eingriff bleibt nicht auf den Jahreswechsel beschränkt. Für Isbergues kündigte das Unternehmen ab Januar eine deutliche Drosselung an: Mindestens vier Monate lang soll dort nur noch zur Hälfte der üblichen Kapazität produziert werden. Hintergrund ist nach Konzernangaben ein massiver Anstieg preisgünstiger Stahlimporte – vor allem aus asiatischen Ländern –, der die Auftragslage spürbar einbrechen lässt.
Betroffen ist ein hochspezialisierter Bereich: Thyssenkrupp Electrical Steel fertigt kornorientiertes Elektroband, ein Schlüsselmaterial für die Energiebranche. Der Stahl wird für den Stromtransport eingesetzt, insbesondere in Transformatoren für Umspannwerke und Windkraftanlagen. In Europa existieren nur zwei Unternehmen, die dieses Produkt überhaupt noch herstellen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











