Was die Aktivistenkarriere von Theresia Crone über den Linksdrall deutscher Medien verrät

vor 3 Monaten

Was die Aktivistenkarriere von Theresia Crone über den Linksdrall deutscher Medien verrät
Bildquelle: NiUS

Als die Talkshow am Sonntagabend bei Caren Miosga in ihre Schlussphase ging, saß Theresia Crone bereits seit einer halben Stunde im Rampenlicht. Sie hatte von ihrer eigenen Leidensgeschichte erzählt, von gefälschten Profilen, von digitalen Montagen, die ihr Gesicht auf pornografische und gewalttätige Szenen gesetzt hatten – und von einem Täter, der nur mit einer Geldstrafe davonkam. Dann aber formulierte Crone, 23, Jurastudentin und Aktivistin, ein Fazit, das jeden Zuschauer hellhörig machen sollte: „Wir müssen davon wegkommen, Täter nur im strafrechtlichen Sinne zu sehen“, so Crone. Man sei ihrer Meinung nach schon „Mittäter, wenn ich sehe, dass meine Kumpel die Mische für die Mädels auf der Party stärker machen und sagen: Wir füllen die richtig ab. Oder wenn in der Umkleide ein Witz gemacht wird über Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt.“ Sie forderte eine Kultur der Ächtung an Schulen und Universitäten.

Die Forderung Crones war bemerkenswert, griff sie doch das Motiv der Strafbarkeit unterhalb der Strafbarkeitsgrenze auf. Die angehende Juristin lässt hier eine Grenze verschwimmen; zwischen zumeist unappetitlichen, aber an sich harmlosen Vorfällen und wirklichen Straftatbeständen. Ohnehin stellt sich die Frage, wer so eine Mittäterschaft überhaupt ahnden soll. Und ob diejenigen, die sexistische Witze in Umkleiden reißen und Studentinnen auf Hauspartys mittels Alkohol auflockern wollen, auch diejenigen sind, die später Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung begehen.

Crones Einladung zu Caren Miosga, zu der Talksendung mit dem Titel „Digitale Gewalt – Wie können Frauen besser geschützt werden?“, war indes längst kein Zufall. Die 2002 in Schwerin geborene Tochter des CDU-Politikers Matthias Crone hatte sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Aktivistin gemacht – und war in der vergangenen Woche im Nachgang der Collien-Fernandes-Christian-Ulmen-Affäre zu größerer Bekanntheit gelangt. Bei einer Demonstration in Berlin, die sich solidarisch mit Collien Fernandes zeigte, teilte sie mit, sie habe digitale Gewalt „überbelebt“. Auch sie sei in der Vergangenheit Opfer von Identitätsdiebstahl und Fake-Pornografie geworden.

Ende 2023, zu Weihnachten bei ihren Eltern, erhielt Crone merkwürdige Nachrichten. Ein Link soll zu einem Fakeprofil mit ihrem Namen und Gesicht geführt haben: Dutzende Bilder sollen sie damals nackt oder in Gewaltsituationen gezeigt haben, andere montierten ihr Gesicht auf Pornodarstellerinnen. Crone fühlte sich ohnmächtig. „Warum trifft mich das? Und auch, dass es so offensichtlich war. Meiner Meinung nach, dass das gefälschte Inhalte waren, aber trotzdem hunderte Männer das geliked haben, geteilt haben, kommentiert haben, da mitgemacht haben am Ende.“ Die Polizei ermittelte einen Studenten; er wurde später zu einer Geldstrafe verurteilt – wegen Verleumdung, Stalking und Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Einige Bilder sollen bis heute noch im Netz auffindbar sein. Die Süddeutsche Zeitung hatte über den Fall berichtet. Crone musste ihr Studium für ein Jahr unterbrechen und ist bis heute in Therapie. Vergangene Woche, im Nachgang der Fernandes-Affäre, wurde sie vom Sat.1-Frühstücksfernsehen portraitiert. Crone schilderte dort noch einmal ihren Albtraum, betonte, ihr Fall sei der einzig öffentlich bekannte in Deutschland mit einem Urteil, und kritisierte, dass pornografische Deepfakes bislang nicht strafbar seien. Durch ihre eigene Betroffenheitsgeschichte ist Crone somit in eine Sprecherposition gekommen, die das Thema von „digitaler Gewalt“ verhandeln sollte. So weit, so gut.

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