Tennis-Wegner ist kein einzelner Unfähiger – er ist Symptom einer kaputten Parteienkaste

vor 6 Monaten

Tennis-Wegner ist kein einzelner Unfähiger – er ist Symptom einer kaputten Parteienkaste
Bildquelle: NiUS

Ein Chirurg steht im Operationssaal. Auf dem Tisch liegt ein Patient. Offener Bauch, pulsierendes Herz, mitten in der komplizierten Operation. Um kurz nach 8 Uhr morgens ging es los, die Uhr des Chirurgen zeigt viertel vor zwölf. „So, liebe Kollegen, ich muss jetzt etwas den Kopf freibekommen und eine Stunde Tennis spielen. Bis später, der Patient kann warten, habe immerhin schon knapp vier Stunden gearbeitet.“

Handelte jemals ein Chirurg oder ein Polizist während einer Geiselnahme oder ein Lehrer während einer Schlägerei im Klassenzimmer oder ein Manager während eines wichtigen Kundentermins auf diese Weise, bedeutete jenes Verhalten das definitive Ende der jeweiligen Karriere. Teilweise kämen ein Gerichtsverfahren sowie eine empfindliche Strafe hinzu. Doch für Politiker wie Kai Wegner gelten wohl eher keine Maßstäbe, die an Normalsterbliche angelegt werden.

Ein Terroranschlag in Berlin, Stromausfall für Zehntausende, ein Bürgermeister Wegner, der von 12 bis 13 Uhr Tennis spielen geht, um „den Kopf frei zu bekommen“. Ein Bürgermeister Wegner, der dieses Verhalten im Fernsehen bei Welt verteidigt, anstatt sich dafür zu schämen.

Anstatt den Kopf freizubekommen, hätte er sich innerhalb einer Stunde auch einen Gasgrill schnappen und seine ohnehin enttäuschten Wähler begrillen können. Das wäre doch mal was gewesen. Oder sich vor Ort ein Bild machen, oder… Ach, ich merke gerade: Für solche hochkomplizierten Gedanken muss natürlich der Kopf gänzlich frei sein. Das kann nach vier Stunden Arbeit nicht von einem Mann erwartet werden, der nur rund 212.000 Euro im Jahr vom Steuerzahler erhält.

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