Die Universität Tel Aviv hat in ihrem neuen Jahresbericht eine deutliche Zunahme antisemitischer Gewalt weltweit festgestellt. Demnach wurden im vergangenen Jahr 20 jüdische Menschen bei vier Anschlägen auf drei Kontinenten getötet – die höchste Zahl solcher Todesfälle seit mehr als 30 Jahren. Neben tödlichen Angriffen stieg auch die Zahl körperlicher Übergriffe in vielen Ländern spürbar an.
Insgesamt zeigt die Analyse ein widersprüchliches Bild. Während einige Staaten einen leichten Rückgang gemeldeter Vorfälle verzeichnen, bleibt das weltweite Niveau deutlich über dem Stand vor 2022. Die Experten führen das unter anderem auf die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zurück, die nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 ausbrachen und einen langen Gaza-Krieg sowie weitere regionale Konflikte zur Folge hatten.
Nach einem kurzen Rückgang der Fallzahlen im Jahr 2024 verzeichnete das Jahr 2025 erneut eine Zunahme schwerer Gewalttaten gegen jüdische Personen und Einrichtungen. Besonders betroffen waren laut den Forschern Australien und Kanada, wo neue Höchststände antisemitischer Angriffe dokumentiert wurden. „Die Daten lassen befürchten, dass ein hohes Maß an antisemitischen Vorfällen zur Normalität wird“, sagte der Herausgeber Urija Schavit. Eine Ursache könne in der mangelnden Strafverfolgung kleinerer Delikte liegen, die eine Spirale der Eskalation begünstige.
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