Am Ende muss man sagen: Die Affäre, ausgelöst durch ein 16-sekündiges Video, in dem Jugendliche im Lokal „Pony“ auf Sylt zur Melodie von Gigi D’Agostino „Ausländer raus“ grölten, markiert nicht weniger als einen Tiefpunkt in der politisch-gesellschaftlichen Kultur Deutschlands. Dass das Verfahren gegen mehrere Jugendliche jetzt, im April 2025, eingestellt wird, mag manch einer als rechtliche Genugtuung werten – obwohl von Anfang an klar war, dass der Vorwurf der Volksverhetzung keinen Bestand haben wird. Abseits des juristischen Ausgangs aber offenbart die Affäre die Abgründe eines Systems, welches Vorverurteilung, mediale Überhöhung sowie soziale Brandmarkung nicht nur guthieß, sondern regelrecht forcierte.
Erinnern wir uns zurück: Was als geschmacklose Entgleisung einer feiernden Gruppe junger Menschen begann – einige davon sichtbar alkoholisiert, einer mit einer Geste, die ein Hitlergruß sein könnte – wurde binnen Stunden zu einer bundesrelevanten Affäre hochgejazzt. Die Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ mag dabei zwar geschmacklos und kritikwürdig sein, sonderlich bedeutend dürften die Grölereien für die Zukunft dieses Landes jedoch nicht sein. Doch was folgte, war die Inszenierung eines Staatsskandals: Bundeskanzler Olaf Scholz nannte die Losung „ekelig“, Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Jugendlichen eine „Schande für Deutschland“. Medien wie die Tagesschau widmeten dem Vorfall ausführliche Berichte.
Diese selektive Empörung angesichts einer Petitesse legt eine Doppelmoral offen, die von politischer Opportunität geleitet war. Denn natürlich ist die Verurteilung von Jugendlichen dieser Größenordnung unverhältnismäßig, gratismutig und lächerlich, aber geradezu gefundener Anlass für Wichtigtuer und Gutmenschen.
ERFURT: Beben bei AfD-Parteitag! Macht verschiebt sich! Eskalation bei Protesten I WELT STREAM











