Jeden Tag beklagen sich deutsche Filmproduktionsfirmen, Filmallianzen und Akademien, Gewerkschaften sowie Vertreter der Schauspieler, Regisseure, Filmcrews und Produzenten öffentlich über zu wenig Förderung und zu wenige Aufträge.
Die Frau des SPD-Urgesteins Franz Müntefering, Michelle Müntefering, ist Geschäftsführerin der Produzentenallianz und sprach dieser Tage: „Die Produzenten arbeiten im prekären Renditebereich. Das grenzt an Selbstausbeutung. Die im Koalitionsvertrag versprochenen Maßnahmen (aka Filmförderreform) müssen endlich umgesetzt werden. Hinzu kommt eine enorme Planungsunsicherheit. Fest steht: Die Herausforderungen sind keine vorübergehende Delle, sondern inzwischen ein strukturelles Problem. Umso mehr braucht es jetzt eine Politik, die die Branche stützt.“
Wirklich? Ich verfolge diese deutsche Filmbranche seit über 30 Jahren – und zwar im Detail. Meine Filmproduktionsfirma BOLU GmbH gibt es seit 1991, und mein damaliger Co-Geschäftsführer Frank Lustig hat sogar seine Magisterarbeit über die Filmförderung geschrieben und den katastrophalen Misserfolg dieser Förderung empirisch belegt. Und die Zahlen haben sich bis heute nicht verändert. Hier einmal die Basisdaten und die Historie bis zur jetzigen Situation im Abriss:
Obwohl Finanzminister Lars Klingbeil verkündet hat, dass künftig „jeder Cent umgedreht werden muss“, verdoppelt die Bundesregierung mit der Fuchtel des umstrittenen Skandal-Kultusstaatsministers Wolfram Weimer die Bundesfilmförderung von aktuell 133 auf 250 Millionen Euro im Jahr – als wäre das Haushaltsloch bloß ein dramaturgischer Effekt.
In der Praxis heißt das: Die Steuerzahler pumpen inzwischen über eine halbe Milliarde Euro jährlich in die Filmförderung, tragen zuverlässig die Verluste, während im Erfolgsfall fast ausschließlich die Produktionsfirmen abkassieren. Ein Geschäftsmodell, das längst selbst zum Skandalstoff taugt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











