Kanzler Friedrich Merz (CDU) nehmen die andauernden politischen Tiefschläge sichtlich mit. Für den 70-Jährigen, der sich seine Fitness zugutehält, untypisch, schwitzte Merz unter dem Hagel der kritischen Fragen auf dem Deutschlandtag der Jungen Union am Samstag sichtlich, fühlte sich unwohl, klemmte die Hände unter dem Präsidiumstisch zwischen die Knie und wirkte auch bei der eisigen Verabschiedung fahrig und wenig souverän.
Zeichen, die man in seiner Umgebung zu deuten weiß: „Er kämpft seit Wochen mit einer Erkältung“, sagt ein Vertrauter zu NIUS. „Er kriegt sie einfach nicht weg. Schlafmangel, Stress, schlechte Presse und miese Umfragen setzen ihm zu. All das zehrt an ihm.“ Der Grund: In Wahrheit ist Merz viel dünnhäutiger, als die harte Rhetorik und die gespielte Entschlossenheit seiner Auftritte vermuten lassen.
Ein Hauch von Fatalismus schwang mit, als Merz am Montag beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung (SZ) bemerkte, er werde von der SZ jetzt schon freundlicher empfangen als von der Jungen Union. Gleichzeitig zog die SPD erkennbar die Daumenschrauben für den Kanzler an und erteilte in einer Wortmeldung von SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf einer Verschiebung der Beschlüsse über das Rentenpaket als einen Ausweg zur zeitweiligen Entschärfung eine klare Absage. Der Verdacht in der Union: Die wollen das Scheitern sehen.
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