Die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch geriet diese Woche in die Kritik, weil sie den an sie adressierten Brief des homosexuellen Lehrers, der an der Carl-Bolle-Schule von muslimischen Schülern gemobbt wurde, erst Monate später las. Der Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung schickten daraufhin am Freitag Presseanfragen an andere Senatsverwaltungen. Sie wollten wissen, wie diese mit an die Senatoren persönlich adressierten Briefen umgehen.
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom Mai hatten muslimische Schüler den Lehrer Oziel Inácio-Stech der Carl-Bolle-Schule als „Schande für den Islam“ und als „ekelhaft“ bezeichnet, nachdem sie von seiner Homosexualität erfuhren. Sie störten mehrfach seinen Unterricht. Er ist seit mehreren Monaten krankgeschrieben. Der Schulleitung wirft er mangelnde Unterstützung vor.
Eine Kollegin habe ihm fälschlicherweise vorgeworfen, „zu nah“ neben Schülern zu sitzen. Eltern warfen ihm vor, Schüler während des Ramadans zum Trinken genötigt zu haben. Eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft wurde eingestellt. Der Leiter der Schulaufsicht soll den Lehrer dennoch belehrt haben, die „körperliche und emotionale Distanz“ zu den Schülern zu wahren.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











